Die niedrigste Liga

Ich habe den FC Bad Liebenwerda besucht. Diese Mannschaft stammt aus einer kleinen Stadt in Brandenburg, die nicht so weit von Dresden entfernt ist. Es gibt verschiedene Mannschaften und zwar die erste, zweite und dritte sowie die senioren und eine Jugendmannschaft. Die erste Mannschaft gehört momentan zur Kreisliga(8.Liga), die zweite zur ersten Kreisklasse(9.Liga) und die dritte zur zweiten Klasse(10.Liga). Hieraus kann man erkennen, dass dieser FC noch einen weiten Weg vor sich hat.

Das Stadion müßte man eher Fussballplatz als Stadion nennen. Der Gästeblock ist auf der gleichen Höhe wie der Platz und er eignet sich daher nicht besonders dem Spiel zuzuschauen. Aber der Fanblock für Bad Liebenwerda ist ungefäher 2m höher als der Platz selbst. Außerdem werden auch Bänke aufgestellt, deswegen kann man sich das Spiel relativ gut ansehen. An den Seiten des Platzes werden die Werbungen der Firmen aufgestellt, die nur hier bekannt zu sein scheinen. Neben dem Platz befindet sich eine Kneipe, in dem die Spieler sich umkleiden.
Für jedes Spiel erscheint eine Broschüre(A5 Kopieblatt), in der die Spiele von diesem Spieltag, die aktuelle Tabelle, die Spieler u.a vorgestellt werden.

Am Samstagnachmittag fanden die Spiele der ersten und zweiten Mannschaft nacheinander statt. Zuerst spielte die letztere. Es war so kalt dass nur wenigere Zuschauer kamen. Es sind eigetnlich nur Freunde und Bekannte. Sogar nach dem Spielbeginn unterhielten sie sich mit den Betreuer und dem Trainer auf der Bank.
Obwohl, wie gesagt, die zweite Mannschaft zur 9.Liga gehört, ist das Spiel durchaus sehenswert. Aber es scheint, dass es doch zeimlich hart für die Spieler ist, nach einer arbeitreichen Woche für 90 Minuten so intensiv zu spielen. Je länger sie spielten, desto langsamer liefen sie. Manchmal treten Spieler sogar wegen des Nachtdienstes fast ohne Schlaf an. Super! Das Zusammenspiel zwischen den Spielern war Ansatzweise schon sehr gut, aber sie machten vielen kleine Fehler. Aber egal! Der Gegner ist ohnehin auch auf dem gleichen Niveau.

In der zweiten Hälfte kamen immer mehr Zuschauer. Aber kurz vor dem Spielende bekam die Mannschaft ein Gegentor und verlor. Die Fans auf der Tribüne beschwerten sich und machten persönlich Vorwürfe. Ich empfand Mitleid für die Spieler, die sich gleich nach dem Spiel darüber auseinandersetzen mußten.

Kurz nach dem Spiel der zweiten Mannschaft wärmten die Spieler der ersten sich auf. 15 Minuten später begann das Spiel der ersten Mannschaft, so dass man keine Zeit verschwenden darf. Jetzt kamen auch noch mehr Zuschauer. Unter ihnen sind natürlich auch Freundinnen der Spieler, was vielleicht ihre Motivation erhöhrt. Zumindest hat ein Spieler seiner Liebsten einen Kuß zugeworfen.

Die Spieler der ersten Mannschaft sind ein bissen jünger als die der zweiten. Es kommt mir so vor, als ob sie regelmäßig fleißig trainieren würden. Viele Spieler haben gute körperliche Anlage als Fussballer. Ich wunderte mich, dass das Spielniveau viel höher war als ich dachte. Natürlich können sie sich in der Technik nicht mit Spielern von der höheren Liga vergleichen. Wie die zweite Mannschaft machten sie viele kleine Fehler, aber schon viel weniger. Fast in der Nachspielzeit schossen sie das endscheidenen Tor, und das spannende Spiel war zu Ende. Die Zuschauer freuten sich ausgelassen darüber und waren sehr glücklich, aber das ist kein Wunder. Denn sie bevorzugen diesen Fussballclub und drücken ihm fest die Daumen. Übrigens, wenn der Ball draußen ist, muss der Spieler selbst ihn holen. Diese Regel gilt für die alle Mannschaften. Falls er zu weit hinausgeshossen wurde, versuchen die Spieler sich gegenseitig zu schicken, und während einer von ihnen ihn holt, machen die anderen eine kleine Pause. Manchmal holen Kinder unter der Zuschauern ihn aber wenn der Ball oft draußen ist, haben sie keine Lust mehr, ihn zu holen.
Der Schiedsrichter sieht so aus, als ob er in den 90 Minuten zusammenbrechen und eine Herzanfall bekommen würde. Es scheint mir so, dass einer davon Rentner ist und nebenbei als Schiri arbeitet. Aber ihnen muss der Gastgeber Lohn bezahlen. Das heißt, sie sind durchaus keine Laie.

Während des Spiels sammelten einige Fans von Auswärtsfans den Eintritt. Grundsetzlich müssen sie Eintritt bezahlen, der durchschnittlich 1 bis 1,50 Euro beträgt. Manchmal weigeren sie sich ihn zu bezahlen und streiten sich mit den Heimfans.

Jetzt sind alle heutigen Spiele beendet. Nach dem Spiel kamen sowohl die Spieler als auch die Zuschauer in der Kneipe zusammen und unterhielten sich über die heutigen Spiele.

Am Sonntagnachmittag fand das Spiel der 3.Mannschaft statt. Endlich darf ich mir das Spiel der niedrigsten Liga Deutschlands anschauen. Der Platz liegt woanders als gestern aber es gibt keinen großen Unterschied. Der Trainer ist nicht da sondern ein Spieler spielt beiden Rollen und zwar die des Trainers und des Spielers. Fast keine Ersatzspieler waren dabei und einige Spieler schienen nicht diszipliniert oder einfach nicht fit zu sein. Ich hatte deswegen Angst, ob sie wohl durchhalten werden.
Das Spiel ging los. Ich habe sofort gemerkt, wie groß der Unterschied des Spielniveaus zwischen der 1. und 3. Mannschaft ist. Hoffnungslos! Aber trotzdem spielten einige Spieler sehr gut und waren auf dem Niveau der 1.Mannschaft. Weil einer davon in einer anderen Stadt studieret, kann er deshalb nicht mittrainieren. Ein anderer hält regelmäßiges hartes Training wie in der 1.Mannschaft für stressig. Sie können nicht jedesmal spielen, aber wenn ich mir die 3. Mannschaft ohne diese Spieler vorstelle, verstehe ich, warum sie momentan der Vorletzte in der Tabelle sind. In der zweiten Hälfte wurde sogar ein schwächerer Spieler eingewechselt. Er hat oft Ball verloren und spielte leider auch nicht gut. Warum durfte ein Spieler wie er überhaupt spielen? Er geht ab nächste Woche zum Militär, und der Trainer musste ihn ins Spiel bringen. Wie in diesem Fall muss er sich manchmal dem Druck der Verhältnisse anpassen. Diese Umstände der 3. Mannschaft müssten ihn belästigen.

Natürlich verdienen die Spieler nichts durch Fussball und ihre Arbeit hat den Vorrang. Aber auf dem Platz sind sie sehr ernsthaft. Denn das Spiel ist echter Wettkampf. Es passiert manchmal, dass Spieler wegen dringender Arbeit fehlen. In diesem Fall wird ein anderer Spieler eingesetzt. Einmal musste der 57jähriger spielen, der eigentlich zur senioren Mannschaft gehört. Als der Torhüter nicht spielen konnte, übernahm ein Feldspieler stattdessen diese Rolle, was er allerdings ziemlich gut machte.

Der Endstand war 1 zu 1, aber die Mannschaft hätte eigentlich gewinnen können. Erst als das Spiel zum Ende kam, entspannten die Spieler sich endlich. Sie unterhielten sich mit ihrer Familie und diskutierten mit ihren Freunden über das Spiel. Ob die Mannschaft verliert oder gewinnt, diese Szene dürfte sich nicht verändern.
Ab morgen beginnt eine neue Woche, und am nächsten Wochenende kommen sie wieder auf dem Spielplatz zusammen,um Fussball zu spielen....

Aus meiner Sicht :
Hoffentlich konnte dieser Aufsatz Ihnen einen kleinen Einblick in die 10 Liga geben. Die Spieler vergnügen sich mit Fussball, aber sie werden gleichzeitig wie die Profis. Denn sie wollen den Sieg und die heimische Fans wirken auf die Mannschaft wie die Medien im Profi-Fussball. Ob der Spieler ein Held werden kann oder ausgeschimpft wird, hängt von seiner Leistung ab. Und ob er nach dem Spiel wirklich sein Bier genießen kann.

Zum Schluss würde ich sagen, die 10. Liga ist eine tolle Liga, denn niemand kann hier absteigen.

Die Web-Seite :
http://www.fc-badliebenwerda.de


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